Am 8. August beginnt das neue Schuljahr: Zahlen und Daten - Neue Regelungen

Insgesamt werden im Schuljahr 2005/06 in den schleswig-holsteinischen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen 417.845 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Das entspricht einer Steigerung von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies gab das Bildungsministerium in Kiel bekannt.

03.08.2005 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Im neuen Schuljahr werden an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen Schleswig-Holsteins 330.231 Schülerinnen und Schüler (einschließlich Schulkindergärten und Abendgymnasien) erwartet - das sind 362 oder 0,1 Prozent weniger als im Schuljahr 2004/05. Damit sinkt das erste Mal seit Jahren die Anzahl der Schülerinnen und Schülern an den allgemein bildenden Schulen. In den kommenden Jahren wird mit einem weiteren schrittweisen Rückgang gerechnet.

An den Grundschulen werden 28.890 Kinder in der kommenden Woche eingeschult. Das sind 617 (2,1 Prozent) weniger als im August 2004. Und auch die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Grundschule besuchen, wird im neuen Schuljahr sinken: um 154 auf 117.973. Im Vorjahr waren es noch 118.127, also 0,1 Prozent mehr. An den Hauptschulen wird die Schülerzahl ebenfalls sinken. In diesem Schuljahr werden dort 43.505 Schülerinnen und Schüler erwartet; gegenüber 44.327 im Vorjahr.

Auch an den Realschulen sinkt die Zahl erstmals um 1.178 (-1,8 Prozent) auf 62.879 Kinder und Jugendliche. An den Gymnasien des Landes steigt hingegen die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 1.125 von 73.854 im Vorjahr auf 74.979 in diesem Schuljahr. Das sind 1,5 Prozent mehr. Mehr Kinder werden an den Gesamtschulen des Landes erwartet, was vor allem auf den weiteren Ausbau der Gesamtschulen zurückzuführen ist. 18.243 statt 17.662 im vergangenen Jahr. Das ist eine Steigerung von 581 oder 3,3 Prozent. Um 0,8 Prozent erhöht sich die Zahl der an den Sonderschulen zu Unterrichtenden. Dort werden im neuen Schuljahr 11.439 Kinder und Jugendliche erwartet, im Vorjahr waren es noch 11.343, also 96 weniger.

An den berufsbildenden Schulen im Lande werden im neuen Schuljahr voraussichtlich 87.614 junge Menschen unterrichtet. Das sind 2,9 Prozent oder 2.500 mehr als im Vorjahr, als es noch 85.114 waren.

Unterrichtsversorgung

Um auch im Schuljahr 2005/06 die Unterrichtsversorgung sicher zu stellen, werden alle frei werdenden Stellen an den Schulen wieder besetzt und das Land stellt zudem 200 zusätzliche Planstellen für Lehrkräfte zur Verfügung.

Der Verjüngungsprozess der Lehrerkollegien wird fortgesetzt: Insgesamt 1.557 junge Lehrerinnen und Lehrer kommen im neuen Schuljahr an Schleswig-Holsteins Schulen. 950 davon werden auf Dauer in den Schuldienst übernommen, 607 erhielten befristete Verträge, vorwiegend als Mutterschutz- oder Elternzeitvertretung. Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für den Schuldienst ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen: Insgesamt lagen 3.401 Bewerbungen (3.280 in 2004) vor, davon 1.545 aus Schleswig-Holstein und 1.856 aus anderen Bundesländern. Insgesamt unterrichten im neuen Schuljahr an den 1.088 Schulen in Schleswig-Holstein rund 25.000 Lehrerinnen und Lehrer.

Auf die 635 Anwärterstellen (2004: 539) in den Schulen haben sich in diesem Jahr 884 Nachwuchskräfte (2004: 644) beworben. 360 davon kamen aus Schleswig-Holstein und 524 aus anderen Bundesländern. Darüber hinaus haben sich 668 Bewerberinnen und Bewerber unvollständig oder verspätet beworben, davon 338 aus Schleswig-Holstein. 45 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber kommen aus Schleswig-Holstein.

Insgesamt wurden 31 Quereinsteiger (2004: 17) eingestellt, 18 für die Fächerkombination Mathematik/Physik an Grund- und Hauptschulen, 13. an Berufsbildenden Schulen für die gewerblich-technischen Fachrichtungen Metalltechnik und Elektrotechnik und für die Fachrichtung Sozialpädagogik.

Verlässliche Grundschule

"Bildung und Erziehung stärken" - unter dieser Überschrift stehen die Projekte und Veränderungen, die seit PISA an schleswig-holsteinischen Schulen eingeleitet und inzwischen weiterentwickelt wurden. Wichtige Ziele sind unter anderem, den Kindern einen erfolgreichen Start in Kindergarten und Schule zu ermöglichen, durch gezielte Förderung die Bildungschancen aller zu verbessern und die Qualität der schulischen Ausbildung zu sichern und zu verbessern. Im Schuljahr 2005/06 soll dieser Prozess konsequent und intensiv fortgeführt werden.

Im Schuljahr 2005/06 wird die Verlässliche Grundschule weiter ausgebaut. An insgesamt 98 Grundschulen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg, und Steinburg erhalten die Schülerinnen und Schüler feste Schulzeiten ((Klasse 1 und 2 täglich vier, Klasse 3 und 4 täglich fünf Zeitstunden) und mehr Unterricht (Klasse 1 und 2 wöchentlich mindestens 20, Klasse 3 und 4 wöchentlich mindestens 24 Unterrichtsstunden). Zusammen mit den bisher schon verlässlich gewordenen rd.200 Grundschulen im Hamburger Rand und den kreisfreien Städten , die in den vergangenen zwei Schuljahren die Verlässliche Grundschule eingerichtet haben, sind dann mehr als die Hälfte aller Grundschulen im Land verlässlich; bis 2007 sollen es alle Grundschulen in Schleswig-Holstein sein. Zur Einführung der Verlässlichen Grundschule stehen wiederum in jeder Region 50 zusätzliche Lehrerplanstellen und Finanzmittel im Umfang von 25 weiteren Stellen zur Verfügung. Außerdem wurden auch für dieses Schuljahr die Zuschüsse für die Betreuungsangebote an Grundschulen auf inzwischen 1,43 Mio. Euro erhöht. Den kreisfreien Städten werden diese Zuschüsse erneut pauschal zugewiesen, so dass sie flexibel und dem jeweiligen Bedarf vor Ort entsprechend eingesetzt werden können.

Ganztagsschulen und -angebote

Die Zahl der Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein steigt stetig - mittlerweile sind es insgesamt 244 (221 offene, 23 gebundene) von 1047 allgemein bildenden Schulen. Das sind fast 25 Prozent. Darüber hinaus gibt es an weiteren 40 Schulen Ganztagsangebote. Das Land fördert Ganztagssschulen und Ganztagsangebote an Schulen im Schuljahr 2005/06 mit 1.64 Millionen Euro (2004/05: 897.454 Euro). Rund 37 Millionen Euro werden über das Investitionsprogramm ?Zukunft Bildung und Betreuung? der Bundesregierung (IZBB) im Jahr 2005 in den Ausbau von Schulen zu Ganztagsschulen in Schleswig-Holstein investiert. Seit 2003 sind mittlerweile insgesamt 221 Offene Ganztagsschulen genehmigt worden. Sie bieten an mindestens drei Wochentagen zusätzlich zum planmäßigen Unterricht Förder- und Bildungsangebote sowie sinnvolle Freizeitgestaltung an.

Verbindliche Vergleichsarbeiten

Seit dem vergangenen Schuljahr werden in Schleswig-Holstein in allen 4. Klassen der Grundschulen Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik geschrieben. Auch in diesem Jahr finden die Arbeiten Ende September in allen Grundschulen statt. Nach dem ersten verbindlichen Durchgang hat das Bildungsministerium die Anregungen der Lehrkräfte aufgenommen und es werden nur noch zentral gestellte Aufgaben angeboten.

Bildungsstandards

Mit dem neuen Schuljahr werden alle von der Kulturministerkonferenz erarbeiteten Bildungsstandards für die allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein verbindlich eingeführt, und zwar neben den bereits seit dem vergangenen Schuljahr geltenden Standards für den Mittleren Abschluss (Deutsch, Mathematik, 1. Fremdsprache) zusätzlich:

  • für den Mittleren Abschluss Standards für die Fächer Physik, Biologie und Chemie
  • für den Hauptschulabschluss: Deutsch, Mathematik und 1. Fremdsprache und
  • für den Primarbereich: Deutsch und Mathematik.

Schul-Tüv

Nach den ersten Schul-Tüv-Besuchen (EVIT, Evaluation im Team) an rund 160 Schulen seit Februar 2004 in Schleswig-Holstein und deren Auswertung haben alle Beteiligten insgesamt eine positive Bilanz gezogen. Das Verfahren wurde standardisiert und soll künftig noch stärker über Online-Verfahren abgewickelt werden. Im neuen Schuljahr werden ebenfalls rund 150 Schulen vom Schul-Tüv besucht. Ziel ist es, künftig alle vier Jahre eine Schule so ausführlich zu analysieren, um damit verbindliche Konsequenzen für die schulische Weiterentwicklung zu ziehen.

PISA 2003-E und 2006

Nachdem im Juli 2005 erste Ergebnisse der PISA-E-Studie (Ländervergleich) veröffentlicht wurden, werden im November die ausführlichen Analysen zum PISA-E-2003-Bericht veröffentlicht. Dabei stehen die Detail-Ergebnisse über die Schularten im Mittelpunkt. Im März nächsten Jahres nehmen wiederum rund 90 Schulen aus Schleswig-Holstein an der inzwischen dritten Phase des internationalen PISA-Tests teil. Mit den Ergebnissen ist dann in den Jahren 2007 und 2008 zu rechnen.

Drogenfreie Schulen

Alle Schulen in Schleswig-Holstein sollen drogenfrei werden. Deshalb tritt nach den Herbstferien zum 17. Oktober 2005 der Erlass für ein generelles Rauch ? und Alkoholverbot in den Schulen in Kraft. Durch umfassendes Informationsmaterial und Fortbildungen werden die Schulleitungen und Lehrkräfte unterstützt, um die Umsetzung vor Ort zu organisieren. Der Erlass ergänzt die bereits vielfältigen Aktivitäten an den Schulen im Bereich der Gesundheitsprävention. Viele Schulen haben jetzt schon umfassende Projekte für rauch-, alkohol- und drogenfreie Schule laufen.

Ausbildungsfähigkeit

Die berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein sind auch im neuen Schuljahr ein wesentlicher Partner im Bündnis für Ausbildung in Schleswig-Holstein. Sie bieten zusätzliche Bildungschancen für junge Schulabgängerinnen und Schulabgänger der Allgemeinbildenden Schulen insbesondere im Ausbildungsvorbereitenden Jahr (+125 Plätze) und an den verschiedenen Berufsfachschulen (+ rund 500 Plätze). Als neue schulische Berufsausbildungen gibt es den Fotodesigner/die Fotodesignerin und den Technischen Assistenten/die Technische Assistentin für Datenverarbeitung (Bauwesen) in Kiel und Rendsburg.


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