„Wir setzen auf das gegliederte Schulwesen“

(bikl) „Wir setzen auf das gegliederte Schulwesen, weil es individuelle Lernwege ermöglicht, also Spitzenleistungen ebenso wie die Förderung lernschwächerer Schüler“, erklärte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff jetzt in einem Interview gegenüber bildungsklick.de.

13.02.2006 Niedersachsen Artikel

Im Vorfeld der didacta 2006, die in diesem Jahr in Hannover stattfindet, hat das Portal für Bildungsinformationen den niedersächsischen Ministerpräsidenten nach seinen bildungspolitischen Zielsetzungen gefragt.

„In ganz Deutschland mussten wir uns nach verschiedenen internationalen Vergleichsstudien, nicht zuletzt nach den PISA-Untersuchungen, von dem Gedanken verabschieden, eines der besten Bildungssysteme der Welt zu haben. Wir müssen deshalb mehr tun“, so Wulff weiter.

Wulff, der im Sommer 2004 noch die Existenzberechtigung der Kultusministerkonferenz in Frage gestellt hatte, würdigte jetzt die Arbeit dieses Gremiums: „Die bundesweite Festlegung und Sicherung allgemein gültiger Bildungsstandards durch die Kultusministerkonferenz spielt eine wichtige Rolle.“

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern stellt der Ministerpräsident seinem Bundesland ein besonders gutes Zeugnis aus. „Wir haben in Niedersachsen im Anschluss an die Schulstrukturreform ein ganzes Bündel weiterer Maßnahmen auf den Weg gebracht.“ Dazu gehörten unter anderem Sprachförderung vor und nach der Einschulung, eine verstärkte Durchlässigkeit zwischen den Schulformen, landesweit einheitliche Vergleichsarbeiten, zentrale Abschlussprüfungen an den allgemein bildenden Schulen und das Abitur nach zwölf Jahren und die Schulinspektion. „Weil wir hier konsequent und zügig gehandelt haben, sind wir in Niedersachsen in einigen Punkten etwas weiter“, so Wulff wörtlich.

Das Gesetz zu den Studiengebühren, das Niedersachsen Ende vergangenen Jahres als erstes Bundesland verabschiedet hat, sei, so Wulff ‚sozial’. Befreiungstatbestände und zinsgünstige Studiendarlehen stellten sicher, dass jeder, der studieren wolle, studieren könne.

Der Ministerpräsident wird mit der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, dem Mitglied der Europäischen Kommission, Ján Figel, und dem Vorsitzenden des VdS Bildungsmedien, Dr. Gerd-Dietrich Schmidt, die didacta 2006 eröffnen.

Das Interview im Wortlaut unter: bildungsklick.de/didacta


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