Zahlreiche Maßnahmen zur Sprachförderung

Die Sprachförderung im Land wird weiter ausgebaut. Zu den bereits bestehenden Fördermaßnahmen wird das Konzept einer interministeriellen Arbeitsgruppe zur ganzheitlichen Sprachförderung treten. Kultusministerin Dr. Annette Schavan und der Präsident des Städtetags Baden-Württemberg, Bernd Doll, betonten anlässlich eines gemeinsamen Besuches im Wichernkindergarten Bruchsal und in der Fachschule für Sozialpädagogik Sancta Maria ebenfalls in Bruchsal die Bedeutung einer frühen Sprachförderung für die schulische Entwicklung der Kinder.

14.05.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Sprache ist der Schlüssel für Bildung und für Integration. Baden-Württemberg bietet eine ganze Palette von Maßnahmen zur Sprachförderung an. Hinzu wird künftig ein Konzept zur Sprachförderung kommen, das eine ganzheitliche vorschulische Sprachförderung für Kinder im Kindergartenalter ab 3 Jahren vorsieht. Dabei wird Sprachförderung nicht als isoliertes Sprachtraining verstanden, sondern als gezielte Erweiterung der Sprachkompetenz durch in den Alltag integrierte sprachanregende Angebote. Die Zusammenarbeit mit Eltern ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg." So Kultusministerin Dr. Annette Schavan und Städtetags-Präsident Bernd Doll am Freitag, 14. Mai, in Bruchsal.

Das Sprachförderkonzept ist so angelegt, dass es der einzelnen Kindertageseinrichtung und dem jeweiligen Träger genügend Spielraum zur Eigengestaltung lässt sowie bewusst bereits bestehende Entwicklungen aufgreift und fördert. Die Finanzierung wird derzeit noch zwischen Land und Kommunalen Landesverbänden abgestimmt.

Das Land engagiert sich seit langem in der Sprachförderung. Zu den bereits bestehenden Maßnahmen gehören die seit Jahrzehnten bestehende Hausaufgaben-, Sprach- und Lernhilfe (HSL), für die im Jahr 2004 4,2 Millionen Euro bereit stehen (Vorjahr: 4 Millionen Euro). HSL richtet sich an Kinder ab dem 3. Lebensjahr.
Daneben existiert für Kinder mit Sprachbehinderungen eine sonderpädagogische Frühförderung mit sprachheilpädagogischen und entwicklungsfördernden Hilfen durch entsprechende Beratungsstellen und Schulkindergärten. An den rund 250 Grundschulförderklassen des Landes, einer Einrichtung für von der Einschulung zurückgestellte Kinder, werden Kinder seit Jahren erfolgreich in ihrer Sprachentwicklung gefördert.
In den Grundschulen werden Kinder mit Sprachförderbedarf durch Vorbereitungskurse und -klassen bereits ab Klasse 1 nahtlos weiter gefördert. Für die Grundschulen stehen dafür 270 Deputate zur Verfügung.
Seit 2002 ist außerdem für alle Grundschulen die Kooperation mit Kindertageseinrichtungen verpflichtend. Der Austausch über den Sprachstand des jeweiligen Kindes ist dabei ein zentrales Thema.
Auch die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung des Kultusministeriums (März 2004) für Erzieherinnen und Erzieher akzentuiert das Aufgabenfeld Sprachförderung in besonderer Weise.

Die Landesstiftung Baden-Württemberg förderte 2003 bereits über 11.000 Kinder im Rahmen ihres Projekts "Sprachförderung im Vorschulalter". Das erfolgreiche Programm richtet sich an Kinder ein bis eineinhalb Jahre vor der Einschulung und wird weiter in die Fläche gehen. 2004 stehen dafür über 5 Millionen Euro zur Verfügung.

Zum Sommer 2005 wird ein mit den kommunalen Landesverbänden und den anderen Kindergartenträgerverbänden abgestimmter "Orientierungsplan für frühkindliche Bildung und Erziehung" fertig gestellt. Er wird als wesentlichen Bestandteil ebenfalls die Sprachförderung thematisieren.

Schavan verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU den baden-württembergischen Grundschulen in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften ein ausgezeichnetes Zeugnis ausgestellt habe und das Land in der internationalen Spitzengruppe stehe. Offensichtlich gelingt es den Grundschulen im Land, individuelle Sprachstände der Kinder differenziert zu fördern. "Die verschiedenen Maßnahmen zur Sprachförderung werden die Startchancen der Kinder im Land künftig noch weiter verbessern."


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