Studie belegt Vorteile der Flexiblen Schuleingangsphase an brandenburgischen Grundschulen

Zum Schulversuch "Optimierung des Schulanfangs - fachliches und soziales Lernen in einer flexiblen Schuleingangsphase" (FLEX 20)" liegen jetzt die ersten Ergebnisse in einem Bericht des Landesinstitutes für Schule und Medien (LISUM) vor. Insgesamt 20 Versuchsschulen beteiligten sich in den Schuljahren 2001-2004 an der Neugestaltung des Schulanfangs. Dazu gehören das Lernen in jahrgangs-übergreifenden Gruppen mit den Möglichkeiten einer individuellen Verweildauer und einer individuellen Einschulung, spezielle Förderangebote für schneller und langsam lernende Kinder sowie eine kindgerechte Ausgestaltung des Unterrichts und der Tageseinteilung.

15.09.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Drei Viertel der Eltern, die sich an einer Elternbefragung zum Ende des Schulversuchs beteiligt hatten, sind mit der Lernentwicklung ihrer Kinder zufrieden. Insgesamt hatten 404 Elternhäuser (74 %) geantwortet, deren Kinder zum neuen Schuljahr in die dritte Jahrgangsstufe wechselten. Die pädagogischen und organisatorischen Neuerungen im Schulversuch FLEX 20 gefielen in der Regel zwei Dritteln der Eltern, einige Merkmale, wie das Lernen in Kleingruppen und der Einsatz der Sonderpädagogin fanden besonders viel Anklang. Die Eltern sind der Überzeugung, dass Individualisierung zum Alltag in den Schulversuchsklassen gehört und diagnostische Kompetenz in den Teams vorhanden ist. Es kann eingeschätzt werden, dass Probleme des Eingehens auf die Kinder und der Einschätzung von Lernvoraussetzungen, die durch PISA und IGLU offenkundig wurden, in den meisten Schulversuchsklassen allem Anschein nach für eine Vielzahl von Eltern zufriedenstellend gelöst wurden. An einigen wenigen Versuchsschulen wurde noch Entwicklungsbedarf aus der Perspektive der Eltern offenkundig.

"Die Studie zu FLEX belegt eindrücklich, wie wichtig eine flexible Schuleingangs-phase für die Reduktion von Zurückstellungen und den Abbau von Lernrückständen ist", sagt Bildungsminister Reiche. "Ein Schwerpunkt für die nächsten Schuljahre ist im Land Brandenburg die weitere Qualitätssicherung in den flexiblen Schuleingangsklassen. Dazu werden im LISUM entsprechende Konzepte vorbereitet."

Aus den Befragungen der Lehrkräfte und Schulleitungen an den Schulversuchsschulen wird ersichtlich, dass diese der Meinung sind, dass für die große Problemgruppe der langsamen Lerner sichtbare präventive Ergebnisse erreicht werden konnten. In den Schulversuchschulen, in denen nur FLEX-Klassen existieren, konnte die Rückstellungsquote auf 3,2 % gesenkt werden. In den Dokumentationen der Schulversuchsschulen wird in 30-38 % der Fälle berichtet, dass durch Prävention und förderdiagnostische Lernbeobachtung Lernrückstände abgebaut und zum Teil aufgeholt werden konnten. Für langsam lernende Kinder konnte in den Schulversuchsklassen der Teufelskreis von schlechter Schulleistung, sozialer Ablehnung und Verhaltensproblemen scheinbar durchbrochen werden.

Die Schulversuchsschulen konnten zur Schulzeitverkürzung schneller lernender Kinder beitragen. Im Durchschnitt erreichten ca. 8 % der Kinder die Jahrgangsstufe drei eher, durch eine vorzeitige Einschulung bzw. durch eine kürzere Verweildauer.

Seit diesem Schuljahr existieren im Land Brandenburg an nahezu jeder fünften Grundschule, insgesamt an 102 Grundschulen, flexible Schuleingangsklassen. In den Ländern Berlin und Nordrhein-Westfalen werden seit diesem Schuljahr an allen Grundschulen flexible Schuleingangsphasen mit vergleichbaren Konzepten eingeführt.


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