Bundesverdienstkreuz für Dr. Ulrich Ruh

Kultusministerin Dr. Annette Schavan hat Ulrich Ruh am Donnerstag in Freiburg das Bundesverdienstkreuz überreicht. Der 1950 in Elzach im Schwarzwald geborene promovierte Theologie und Chefredakteur der katholischen Monatszeitschrift "Herder Korrespondenz" erhält die Auszeichnung für seine herausragenden Verdienste um Kirche und Gesellschaft. Die Ministerin würdigte den in zahlreichen Ehrenämtern aktiven Publizisten als "bescheidenen und uneigennützigen Menschen, der seine zahlreichen Begabungen in den Dienst des Allgemeinwohls stellt."

07.07.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die Zeitschrift "Herder Korrespondenz" habe sich zu einem viel beachteten Diskussionsforum entwickelt, dass überkonfessionell hohe Anerkennung genieße. "Die christliche Publizistik ist die Kanzel unserer Zeit, deren Wirkung nicht unterschätzt werden darf", betonte die Ministerin. Ulrich Ruh und sein Redaktionsteam leisteten intellektuelle Hilfestellungen für Menschen, die sich als Grenzgänger auf dem Weg zwischen Christentum und moderner Gesellschaft empfinden würden. "Die christlichen Wurzeln Europas stehen außer Frage, doch unsere Gesellschaft tut sich heute schwer damit, aus dem christlichen Erbe heraus überzeugende Antworten auf die Fragen der Gegenwart zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund verdient das publizistische Wirken von Ulrich Ruh besondere Wertschätzung, weil er in seinen Beiträgen und Buchveröffentlichungen Brücken zwischen Glauben und Moderne schlägt", sagte Schavan. Die Ministerin verwies auf die auch außerhalb interessierter Fachkreise bekannten Titel "Religion und Kirche in der Bundesrepublik Deutschland" (1990) und das "Handwörterbuch religiöser Gegenwartsfragen" (1986).

Ulrich Ruh sei in seinem theologischem Verständnis vom heutigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, geprägt worden. Bei ihm promovierte er 1979 zum Doktor der Theologie mit der Arbeit "Säkularisation als Interpretationskategorie. Zur Bedeutung des christlichen Erbes in der modernen Geistesgeschichte". Ein Beleg dafür, wie sich Christentum und moderne Gesellschaft in dem Leben von Ulrich Ruh verbunden hätten, seien auch seine umfangreichen Fremdsprachenkenntnisse. "Darf man von einem Theologen erwarten, dass er in den alten Sprachen zuhause ist, so beherrscht er darüber hinaus gleich fünf moderne Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Holländisch."

Die vielfältigen Aktivitäten im Ehrenamt zeigten, dass für Ulrich Ruh die Aufgabe als Brückenbauer zwischen Kirche und Gesellschaft nicht nur ein Broterwerb, sondern vor allem Herzensangelegenheit sei. "Die katholische Kirche kann sich glücklich schätzen, einen so engagierten Menschen in ihren Reihen zu haben, der seine vielfältigen Gaben zum Wohle der Gemeinschaft einsetzt." Seit seiner Jugend ist Ulrich Ruh in der Pfarrkirche St. Nikolaus in seinem Heimatort Elzach aktiv, seit drei Jahren leitet er das dortige Katholische Bildungswerk. Der Publizist engagiert sich auch in der Pflege des Brauchtum und der Musik. Seit 1990 wirkt er als Mitglied im Vorstand des Musikvereins Prechtal mit und ist zudem seit langen Jahren als Sänger im Freiburger Oratorienchor aktiv. Als Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Waldkirch setzt sich Ulrich Ruh für die Belange der Jugend und für Fragen der schulischen Erziehung ein.


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